Schmerzen statt Medaillen

Einen gebrauchten Tag erwischte Sophie Krauel (TuS Jena) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Zwar hatte sie sich kurzfristig doch zu einem Doppelstart im Hürdensprint und Weitsprung entschieden. Doch schon im ersten (ungültigen) Versuch traten wieder Schmerzen im Fuß auf, sodass sie auf den zweiten Sprung verzichtete. Die Deutsche Meisterin mobilisierte zwar alle Kräfte im dritten Anlauf, aber auch diesmal traf Krauel nicht das Brett - und der Weitsprung-Wettkampf war für die 24-Jährige vorzeitig beendet. Auch die Hallen-WM in Doha wird damit ohne die Pharmazie-Studentin stattfinden.

„Ich wollte im ersten Sprung eine gute Weite anbieten. Aber ich war einfach zu schnell, sodass ich das Brett knapp nicht getroffen habe. Leider war der Sprung auch ziemlich weit”, erklärte Krauel. So wurde das Weitsprung-Finale zur Flugshow der Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid). Von 6,46 Metern steigerte sich die Titelverteidigerin bis auf 6,75 Meter. Dabei war nicht nur die Weite etwas Besonderes, sondern auch ihr Sprungstil. Mit einer Leichtigkeit hebt sie vom Brett ab und gewinnt enorme Höhe. Das mussten auch Bianca Kappler (LC Rehlingen) und Michelle Weitzel (Telis Finanz Regensburg) anerkennen. Sie sicherten sich mit 6,51 bzw. 6,50 Metern Silber und Bronze. Pech hatte Melanie Bauschke (LG Nike Berlin). Die U23-Europameisterin sprang auch 6,50 Meter, hatte aber den schlechteren zweiten Versuch.

Ein bisschen besser lief es für Krauel im Hürdensprint. Fünf Minuten vor dem Beginn des Weitsprungs qualifizierte sie sich mit 8,31 Sekunden fürs Finale. Kurz nach Ende des Weitsprungs sprintete sie dann im Finale auf der ungünstigen Bahn acht als Sechste (8,34 s) ins Ziel. „Mein Start war nicht besonders gut und auch mein Schwungbein ist momentan einfach zu langsam”, nannte Krauel Gründe, warum sie nicht an ihre Bestzeit von 8,19 Sekunden aus dem Jahr 2003 herankommen konnte. Trotzdem freute sich Krauel darüber, wieder im Kreis der besten Hürdensprinterinnen angekommen zu sein. „Sie haben mich total nett empfangen”, so Krauel.

Wie erwartet die beste Hürdensprinterin war Carolin Nytra (Bremer LT). Mit superstarken 7,89 Sekunden stürmte sie auf Rang drei der Weltjahresbestenliste. Außerdem war noch nie eine Hürdensprinterin bei Deutschen Hallenmeisterschaften schneller. „Die Zeit war für mich eigentlich utopisch”, jubelte Nytra nach ihrem Gold-Coup. Neue Bestzeiten erzielten auch die Sprinterinnen hinter Nytra. Nadine Hildebrand verbesserte sich um sechs Hundertstel auf glatte 8,00, Anne-Kathrin Elbe um eine auf 8,08 und Cindy Roleder (LAZ Leipzig) um drei auf 8,12 Sekunden.

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Autor: mbn
Datum: Sonntag, 28. Februar 2010 18:14
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