6,36 Meter und ein flotter 60er in Erfurt
Sonntag, 20. Januar 2008 19:46
Das Comeback nimmt Konturen an: Sophie Krauel(TuS Jena) hat sich bei ihrem zweiten Wettkampf nach dreieinhalb Jahren Verletzungspause deutlich gesteigert. Bei den Thüringer Meisterschaften in Erfurt sprang die 22-Jährige 6,36 Meter weit. Bei ihrem „Geheim-Comeback“ vor zwei Wochen in Chemnitz waren es noch 25 Zentimeter weniger.
„Ich bin richtig glücklich. Ich habe schon im Training und dann auch in Erfurt gemerkt, dass das Gefühl für den Absprung besser wird. Darum hatte ich auch eine Weite um 6,30 Meter angepeilt“, sagte Krauel, die sich erstmals seit vier Jahren wieder mit einer Goldmedaille schmücken durfte. Dass von der Studentin im Saisonverlauf noch größere Weiten zu erwarten sind, belegt ein Blick in die Ergebnislisten. Schließlich brachte sie nur zwei gültige Sprünge (6,36 und 6,29 Meter) in die Grube. Aber nach der langen Pause sind die Rhythmusprobleme im Anlauf nur zu verständlich. „Gerade bei den Ungültigen waren Versuche dabei, die sich wieder wie Weitsprung angefühlt haben und sicherlich auch weiter waren“, erklärte Krauel.
Dabei ist die Steigerung der Deutschen Hallenmeisterin 2004 umso erstaunlicher, da sie momentan voll im Uni-Stress steckt. Von 8 bis 13 Uhr stehen Vorlesungen an, danach geht’s für die Pharmazie-Studentin bis 18 Uhr ab ins Labor. Erst danach ist Zeit fürs Training. „Vom vielen Stehen im Labor fühlen sich die Beine oft schlapp an. Aber ich muss momentan halt das Beste daraus machen. Trotz der Belastung war der Wettkampf ja sehr gut, genauso wie einige Trainingssprünge in den vergangenen Wochen.“
Nach dem Weitsprung-Wettkampf sorgte die schnelle Jenaerin in Erfurt für eine weitere Überraschung: Sie startete zum ersten mal seit vier Jahren über 60 Meter und entschied den Vorlauf in 7,76 Sekunden (Bestzeit 7,58 s) für sich. Das Finale durfte die 22-Jährige dann leider nicht mehr bestreiten, sie verursachte den zweiten Fehlstart und wurde disqualifiziert. „Eigentlich musste ich schmunzeln. Ich dachte immer: ,So etwas passiert dir nie’. Aber natürlich wäre ich gern im Finale gestartet, da ich im Vorlauf ausgetrudelt bin und eine bessere Zeit verschenkt habe“, sagte Krauel. Wenn ihre Form weiter so ansteigt, könnte man die Studentin eventuell irgendwann wieder im Hürdensprint – ihrer zweiten Paradedisziplin – sehen. Schließlich war sie 2003 auch Junioren-Europameisterin und deutsche Jugendmeisterin über 100 Meter Hürden.
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