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Schmerzen statt Medaillen

Sonntag, 28. Februar 2010 18:14

Einen gebrauchten Tag erwischte Sophie Krauel (TuS Jena) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Karlsruhe. Zwar hatte sie sich kurzfristig doch zu einem Doppelstart im Hürdensprint und Weitsprung entschieden. Doch schon im ersten (ungültigen) Versuch traten wieder Schmerzen im Fuß auf, sodass sie auf den zweiten Sprung verzichtete. Die Deutsche Meisterin mobilisierte zwar alle Kräfte im dritten Anlauf, aber auch diesmal traf Krauel nicht das Brett - und der Weitsprung-Wettkampf war für die 24-Jährige vorzeitig beendet. Auch die Hallen-WM in Doha wird damit ohne die Pharmazie-Studentin stattfinden.

„Ich wollte im ersten Sprung eine gute Weite anbieten. Aber ich war einfach zu schnell, sodass ich das Brett knapp nicht getroffen habe. Leider war der Sprung auch ziemlich weit”, erklärte Krauel. So wurde das Weitsprung-Finale zur Flugshow der Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid). Von 6,46 Metern steigerte sich die Titelverteidigerin bis auf 6,75 Meter. Dabei war nicht nur die Weite etwas Besonderes, sondern auch ihr Sprungstil. Mit einer Leichtigkeit hebt sie vom Brett ab und gewinnt enorme Höhe. Das mussten auch Bianca Kappler (LC Rehlingen) und Michelle Weitzel (Telis Finanz Regensburg) anerkennen. Sie sicherten sich mit 6,51 bzw. 6,50 Metern Silber und Bronze. Pech hatte Melanie Bauschke (LG Nike Berlin). Die U23-Europameisterin sprang auch 6,50 Meter, hatte aber den schlechteren zweiten Versuch.

Ein bisschen besser lief es für Krauel im Hürdensprint. Fünf Minuten vor dem Beginn des Weitsprungs qualifizierte sie sich mit 8,31 Sekunden fürs Finale. Kurz nach Ende des Weitsprungs sprintete sie dann im Finale auf der ungünstigen Bahn acht als Sechste (8,34 s) ins Ziel. „Mein Start war nicht besonders gut und auch mein Schwungbein ist momentan einfach zu langsam”, nannte Krauel Gründe, warum sie nicht an ihre Bestzeit von 8,19 Sekunden aus dem Jahr 2003 herankommen konnte. Trotzdem freute sich Krauel darüber, wieder im Kreis der besten Hürdensprinterinnen angekommen zu sein. „Sie haben mich total nett empfangen”, so Krauel.

Wie erwartet die beste Hürdensprinterin war Carolin Nytra (Bremer LT). Mit superstarken 7,89 Sekunden stürmte sie auf Rang drei der Weltjahresbestenliste. Außerdem war noch nie eine Hürdensprinterin bei Deutschen Hallenmeisterschaften schneller. „Die Zeit war für mich eigentlich utopisch”, jubelte Nytra nach ihrem Gold-Coup. Neue Bestzeiten erzielten auch die Sprinterinnen hinter Nytra. Nadine Hildebrand verbesserte sich um sechs Hundertstel auf glatte 8,00, Anne-Kathrin Elbe um eine auf 8,08 und Cindy Roleder (LAZ Leipzig) um drei auf 8,12 Sekunden.

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DM-Vorschau: „Eher Hürden als Weitsprung“

Donnerstag, 25. Februar 2010 8:18

Vier deutsche Weitspringerinnen haben schon die Norm von 6,60 Metern für die Hallen-WM in Doha (12.-14. März) überboten. Darunter auch Sophie Krauel vom TuS Jena. Ob die Deutsche Meisterin allerdings bei der Hallen-DM an diesem Wochenende in Karlsruhe starten und sich so um ein WM-Ticket bewerben kann, ist noch nicht klar. Falls eine Fußverletzung das nicht zulassen sollte, hat die 24-Jährige aber schon „Plan B” parat.

Frau Krauel, am 13. Februar haben Sie sich beim Meeting in Leipzig den Fuß gestaucht und mussten den Wettkampf abbrechen. Ist ein Weitsprung-Start am Sonntag bei der Hallen-DM in Karlsruhe denn überhaupt möglich?
Das kann ich noch nicht sagen. Mein Trainer Stefan Poser und ich müssen das kurzfristig entscheiden. Am Samstag ist eine Vorbelastung geplant. Danach sehen wir weiter. Momentan sieht es allerdings nicht so gut aus.

Angeschlagen werden Sie also nicht springen?
Nein. Ich möchte auf keinen Fall die Sommersaison mit der Europameisterschaft aufs Spiel setzen. Ich war in meiner Karriere schon lange genug verletzt. Das will ich nicht noch einmal erleben. Außerdem kann die Verletzung schnell wieder auftreten und schlimmer werden, wenn ich wie in Leipzig keinen Halt auf dem Plastilin finde.

Schon bei den Deutschen Meisterschaften 2009 in Ulm haben Sie sich im ersten Versuch den Fuß gestaucht und haben dann doch noch mit 6,70 Metern Gold geholt. Warum sind Sie so anfällig für diese Art von Verletzung?
Stauchungen kommen durch die enormen Kräfte beim Absprung ja öfter vor. Bei mir hängt es aber auch mit der Technik zusammen. Ich setze den Fuß nicht sauber auf, sodass er leichter umknickt. Daran haben wir aber schon viel gearbeitet, technische Fortschritte sind da. Außerdem ist die Stauchung nicht so schlimm wie im Sommer in Ulm.

Sprinten ist also möglich?
Schnelle Läufe konnte ich im Training problemlos absolvieren. Aber natürlich war der rechte Fuß dabei ordentlich getaped.

Dann wäre ja der Weg frei für einen Start über 60 Meter Hürden.
Genau. Ich bin gemeldet und das ist unser „Plan B” für Karlsruhe. Ich habe ja in diesem Winter schon einige Hürdenrennen bestritten…

… und liegen mit 8,23 Sekunden auf Platz fünf der deutschen Bestenliste. Was ist für Sie in Karlsruhe im Hürdensprint möglich?
Ich kann mir vorstellen, in einem so starken Feld mit Carolin Nytra, Nadine Hildebrand und Anne-Kathrin Elbe meine „historische Bestzeit” von 8,19 Sekunden aus dem Jahr 2003 zu unterbieten. Aber die Medaillenränge sind in diesem Jahr noch außer Reichweite.

Werden Sie im Sommer denn auch über die Hürden zu sehen sein?
Das ist auf jeden Fall geplant. Meine Bestzeit von 13,28 Sekunden ist ja auch schon sieben Jahre alt. Aber natürlich bleibt der Weitsprung meine Hauptdisziplin. Wie viele andere deutsche Springerinnen will ich zur EM nach Barcelona. Die Norm von 6,60 Metern werden wahrscheinlich wieder eine halbes Dutzend überbieten - und dazu will ich auch zählen.

Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn

Erst WM-Norm, dann leicht verletzt

Samstag, 13. Februar 2010 18:24

Auf diese Steigerung hat Sophie Krauel schon seit Wochen gewartet: Beim Erdgas-Athletics-Meeting in Leipzig konnte die Weitspringerin vom TuS Jena endlich ihre guten Trainingsleistungen in die entsprechenden Zentimeter umsetzen. In einem spannenden und hochklassigen Finale landete die 24-Jährige in ihrem einzig gültigen Versuch bei 6,62 Metern. Damit überbot Krauel die Norm für die Hallen-WM von 12. bis 14. März in Doha (Katar) nicht nur um zwei Zentimeter, sondern stellte auch exakt ihre Hallen-Bestleistung aus dem Jahr 2004 ein. Zuvor hatte Krauels Saisonbestleistung bei 6,46 Metern gestanden.

Allerdings reichte diese Weite in einem tollen Weitsprung-Finale nur zu Platz vier. Allein vier deutsche Springerinnen schafften in der Leipziger Arena die Hallen-WM-Norm. Der Sieg ging aber einen ausländischen Gast. Darya Klishina - mit 6,87 Metern als Weltjahresbeste nach Sachsen gereist - ließ sich mit 6,74 Metern Rang eins nicht nehmen und setzte sich vor der Deutschen Hallenmeisterin Sosthene Moguenara (TV Wattenscheid; 6,69 m) und U23-Europameisterin Melanie Bauschke (LG Nike Berlin; 6,67 m) durch. Dahinter folgte Krauel vor Bianca Kappler (LC Rehlingen). Für die WM-Fünfte von 2007 wurden 6,61 Meter gemessen.

Die Hoffnung auf einen noch besseren Platz musste Krauel schon früher als geplant begraben. Im dritten Durchgang übertrat die Deutsche Meisterin den Sprung, rutschte auf der Plastilinmasse weg und stauchte sich den rechten Sprungfuß. Da die Schmerzen zu stark waren, verzichtete sie auf die ausstehenden drei Versuche. „Wenn ich den Fuß nicht sauber aufsetze, findet er auf der Masse keinen Halt. So war es auch beim dritten Sprung”, sagte Krauel.

Schon kurz nach dem Meeting gab sie aber für die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Karlsruhe wieder Entwarnung. „Es ist nicht so schlimm wie bei der DM 2009 in Ulm. Da bin ich ja viel heftiger umgeknickt”, erinnerte sie sich. Außerdem sind bis Karlsruhe keine Wettkämpfe mehr geplant. Für den DM-Showdown in der Europahalle braucht Krauel auch ihre ganze Kraft und Schnelligkeit. Denn von den bisher vier deutschen Springerinnen mit der Norm für Doha können nur zwei in Katar starten. Wenn Krauel sicher bei ihrer zweiten Hallen-WM nach 2004 in Budapest dabei sein will, muss sie in Karlsruhe am besten auf Platz eins oder zwei springen.

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